Unbekannter Braunsporer

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 775 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Beorn.

  • Hallo Pilzfreunde,


    bei diesem Pilz, gefunden im Buchenwald, komme ich bei der Bestimmung überhaupt nicht weiter, nicht mal die Gattung bekomme ich heraus. Daher würde ich mich über Hilfe sehr freuen.

    Meine Beobachtung sieht wie folgt aus.

    Der Pilz wuchs massenhaft unter Buchen, Hutdurchmesser bis ca. 6cm, strohgelb, zum Rand ausbleichend. Nicht hygrophan(?). Trama weiß, dick. Stiel deutlich heller, fast weiß. Keine sichtbaren Velumreste. Lamellen jung hellbraun, später dunkelbraun aufgrund der dunkelbraunen Sporen, angewachsen(?), mit regelmäßigen Zwischenlamellen. Geruch auffallend pilzartig, an Steinpilz erinnernd.

    Wäre schön, wenn jemand etwas damit anfangen könnte, insbesondere ob meine Beobachtungen richtig sind wüsste ich gerne. Viele Dank und schöne Grüße


    Stefan

  • Hallo ihr beiden und Danke für eure Antwort. Müssten nicht sowohl Schleimfüße als auch Fälblinge Hüllreste zeigen? Schleimig waren die FK überhaupt nicht, eher das Gegenteil. Welche Merkmale haben euch denn zu Schleierlingsartigen gebracht? Damit ich das mal nachvollziehen kann.

    In meiner Naivität hatte ich diesen Pilz als besonders leicht bestimmbar eingeschätzt, als ich ihn mitgenommen habe....

    Vielen Dank im vorraus


    Stefan

  • Schleierlinge haben in jungem Stadium einen Schleier der die Lamellen verhüllt. Wenn der Hut aufschirmt, reißt der Schleier auf. Es bleibt aber immer ein Rest Schleier im oberen Bereich des Stiels hängen. Darin verfängt sich dann rostbraunes Sporenpulver, so dass ältere Exemplare immer eine Art rostbraune Ringzone am Stiel haben. Das ist das wichtigste und eigentlich auch leicht erkenntliche Merkmal der Cortinarien.


    Fälblinge haben eher graubraunes Sporenpulver. Eine Cortina (also Schleier) haben sie meines Wissens nach nicht. Es gibt wenige Arten Arten mit Ring, die meisten Arten aber haben keinen. Bei vielen Fälblingen ist dagegen die Stielspitze sehr rau (wie sägefrischen Fichtenholz aus dem Baumarkt). Und die Geruchskomponenten bewegen sich meist zwischen Schokoladenpulver und Rettich (Ausmahme: der Marzipanfälbling). Und schließlich sind nahezu alle Fälblinge in allen Teilen des Fruchtkörpers +- Milchkaffe-farben. Das macht sich auch durchaus schwer zu bestimmen, weil sich die Arten makroskopisch sehr ähneln.

    • Offizieller Beitrag

    Ahoi!


    Es gibt schon Fälblinge mit +/- deutlichem, haarartigem Schleier. Diese Form des Velums ist aber nicht ungewöhnlich und wird von Arten vieler verschiedener Gattungen gebildet (u.A. Inocybe s.l., Naucoria s.l., Lepiota, Tricholoma, Pholiota uvm).

    Bei Fälblingen gibt es aber durchaus Arten ohne erkennbares Velum (auch bei Cortinarius gibt es Arten mit rasch vergänglichem Velum). Die blassen, unspektakulären Farben ("Falb") in Verbindung mit dem unvorhandenen Velum weisen auch aus meienr Sicht hier auf einen Fälbling hin.



    Lg; Pablo.