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letzter Beitrag von Beorn am

Datronia mollis an Fichte

  • Moin allerseits,

    nachdem ich D. mollis nun schon an Ahorn, Hasel, Espe, Eberesche und Salweide hatte, heute ein Fund an einer alten Fichte (so um die 100 Jahre), die aber quicklebendig wirkt und an der Stelle auch keine Verletzung erkennen lässt, wenngleich eine solche wahrscheinlich ist, vielleicht durch Wildschwein, weil das deren Rubbelhöhe ist. Vorsichtshalber habe ich einen Beleg mitgenommen, falls es Bedenken gibt, dass der eigentlich nicht an Fichte wachsen kann und das möglicherweise eine andere Art sein könnte. Knapp 20 km entfernt im Tal der Dubysa, wo die Wälder in den vielen eingekerbten Seitentälern wenig bis gar nicht bewirtschaftet werden.

    LG, Bernd

  • Hallo, Bernd!


    In den "Großpilzen Baden-Württemberg", Bd.1 sind 3 Funde von Datronia mollis an Fichte aufgelistet, zudem drei an Weißtanne und einer an Kiefer.
    Möglich ist das also durchaus, und makroskopisch würde ich deinen Fund auch so einordnen. Ungewöhnlich ist das dennoch, aber es kommt eben vor. :thumbup:



    LG; Pablo.

  • Hallo,


    die "Poren"schicht gefällt mir nicht für Datronia mollis. Vielzu uneben und fast schon zerschlitzt, auch wenn man das senkrechte Wachstum in Betracht zieht. Der Fruchtkröper selbst ist auch insgesamt untypisch, und die Farbe ebenfalls komisch. Ich habe aber auch keine konkrete Idee, könnte mir von Trametes über Gloephyllum, Trichaptum auch noch alles mögliche andere vorstellen. Die osteuropäischen Wälder haben noch vieles, was wir hier gar nicht mehr finden und daher auch kaum auf dem Schirm haben ....

    Aber vielleicht ist es a auch doch einfach nur Datronia mollis .....


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo, ich hab Belege mitgenommen, sowohl ein Stück von dem älteren (braun) als auch dem jüngeren (grau), falls Du (Pablo) reinlinsen magst, lege ich die der nächsten Sendung bei, ansonsten kann man sich auf die Pilze BaWü verlassen und dem ein weiteres Beispiel hinzufügen.


    LG, Bernd

  • Ne Du, Werner, nix Geruch. Wobei ich heute echt am Zweifeln war. Mein Kumpel, mit dem ich unterwegs war, beschwerte sich auf dem Acker auf dem Weg zum Wald, dass es stinkt, weil kürzlich gespritzt wurde. Ich konnte da nix erkennen - außer frischen Treckerspuren ... Kann nicht so weit her sein mit meinem Geruchssinn


    LG, Bernd

  • Hallo beli, die Hüte sind nur ganz wenig vorspringend und die Hutoberseite ist braun samtig, wie von D. mollis erwartet. Und dazu noch Bilder vom Schnitt. Interessieren würde mich aber in jedem Fall, was Du da noch in Betracht ziehen würdest.


    LG, Bernd

  • Ahoi!


    Oh, hoppla!

    Da hatte Andreas aber sowas von den richtigen Riecher. :thumbup:
    Mit der braunen, "zimtigen" Farbe im Schnitt kann das nicht Datronia mollis sein. Alos waren die Fruchtkörper wohl ganz schön hart, necht? Dürfte ein Phellinus s.l. sein, über den Daumen gepeilt irgendwas aus der Ecke um Phellinus viticola?
    Der ist wohl auf Fichte spezialisiert, dürfte recht grobe Poren haben und auch deutliche Hütchen bilden. Hatte ich leider noch nie in der Hand, bin aber gespannt, ob sich das bestätigen lässt.



    LG, Pablo.

  • Oha, ma gut dass ich den mitgenommen habe. Eine (mindestens für mich) neue Art ist natürlich spannender als nur ein ungewöhnliches Substrat. Und ja, der ist sehr hart, das mag die Rasierklinge gar nicht. Ist schon in die Versandliste für die nächste Sendung aufgenommen.


    LG, Bernd

  • Hallo, Andreas!


    Da bin ich skeptisch, wegen der Fruchtkörperform und der Porenform auf den ersten Bildern.

    So wie's aussieht, scheint das Substrat mehr oder weniger senkrecht ausgerichtet, da wären eigentlich bei allen Gloeophyllum - Arten kaum Reflexanteile (resupinate ausfläufe unter den Hüten zu finden). Und die Poren sind bei den in Frage kommenden Arten ja schon normalerweise regelmäßiger, feiner - außer bei G. abietinum, nur hat die ja gar keine Poren, sondern ausgeprägte Lamellen. g:-)


    Aber anyway: Wenn Bernd den Fund mit ins nächste Päckchen tut (dabei habe ich das letzte noch kaum angefangen zu bearbeiten!), werden wir es auf jeden Fall erfahren, wass das hier ist. :thumbup:



    LG; Pablo.

  • Hallo, Beli!


    Bernd beschreibt die Pilzfruchtkörper als "sehr hart", sogar mit der Rasierklinge schwer zu schneiden. Zudem sollte das tabakbraune Fleisch ja schon Skeletocutis an sich ausschließen. Aus meiner Sicht ist das - wenn nicht doch Gloeophyllum - nur bei Hymenochaetaceae so (Inonotus s.l. oder Phellinus s.l.); andere braunfleischige Porlinge (Coriolopsis gallica, Phaeolus spadiceus usw.) dürften hier aus anderen Gründen nicht in Frage kommen.



    LG; Pablo.

  • Hallo,


    sehe ich auch so, Skeletocutis ist ausgeschlossen. Wenn es kein Gloeophyllum ist, dann wird vermutlich Phellinus viticola oder ev. chrysoloma dabei rauskommen. Inonotus an Fichte wüßte ich nicht welche Art da in Frage käme.


    bin auch neugierig :-)


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo


    Bernds Fund in vergleich mit Gloeophyllum . Passt , oder ? Meine das passt nicht so gut .


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    Weiter , etwas sehr Interessantes . Inonotus obligus - Tschaga in vergleich mit Bernds Fund . Unglaublich ähnliche Fleischstruktur .und Fleischfarbe


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    Klar das Inonotus obligus kommt siecher nicht in Frage . Fleischstruktur und Fleischfarbe ist enorm ähnlich , bedeutet das das ein anderes Inonotus kann Kandidat sein ?

    Ahnliche Fruchtkörperform mit Berndsfund haben Inonotus rheades - radiatus und nodulosus aber alle vorkommen nur an Laubholz - oder ?


    Inonotus ( Xanthoporia ) radiatus ist auch wegen Fleischstruktur sofor ausschließen


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    Inonotus nodulosus ist wegen Fruchtkörperform an Berndsfund sehr Ähnlich aber wegen Substrat ist auch ausschließen


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    Es gibt seltene Inonotus ( Onnia ) leporina welche vorkommen an Nadelholz aber wegen Fruchtkörperform ist siecher ausschließen

    Glaube stark das Gattung Inonotus - Schillerporlinge kommt nicht in Frage .


    Weiter mit Phellinus , viticola und chrysoloma . In tat bleibt Phellinus die beste Kandidat aber kann Phellinus so helle Porenfarbe und Struktur wie Bernds Fund haben ?


    Bernds Fund , ist nicht Porenfarbe und Porenstruktur etwas für Phellinus zu hell - ungewöhnlich ?


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    Skeletocutis carneogrisea , vorkommen an Nadelholz - Fichte wie Bernds Fund und Makroskopisch passt sehr gut aber Fleisch ?


    Hat jemand gutes Skeletocutis carneogrisea Schnittbild aber nicht von junge Fruchtkörper ?


    Weiter : Bernds Beschreibung , Fleisch sehr Hart - Rasierklinge . Mein Erfahrung , Trametes saueolens man kann ( altere Frk ) nicht mit Rasierenklinge schneiden .


    Interessantes Ding

    LG

  • Hallo, Beli!


    Die Fruchtkörper von Bernd scheinen auch schon etwas verwittert zu sein, aber eventuell auch auf dem Weg, einen neuen Wachstumsyzklus zu beginnen. Das würde die helle, silbrig-weißliche Porenfarbe erklären. So eine Farbe kann man schon öfters mal bei Inonotus und Phellinus (jeweils sl) in bestimmten Fruchtkörperstadien beobachten.

    Aber eben wegen der hellen Porenfarbe dachte ich ja anfangs auch an Datronia mollis.


    Ein wirklich schönes Schnittbild von Skeletocutis carneogrisea habe ich nicht. Hier im Folgenden erkennt man aber immerhin ein bisschen was, das ist aber auch ein älterer Fruchtkörper mit bereits deutlich dunklem Hutfilz (auch im Schnitt als dicke, graue Schicht erkennbar) und besonders dick ausgeprägter, dunkler Schicht zwischen Röhren und Hutfleisch. Die Röhrentrama allerdings ist erkennbar weiß, und das ist hier das Entscheidende, bei jüngeren Fruchtkörpern wäre auch mehr weißes Hutfleisch sichtbar.



    LG, Pablo.

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