Wer mag einen kleinen Kiefernwald Rundgang mit Rätseln?

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 2.815 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von ingosixecho.

  • Liebe Pilzfreunde,


    heute wage ich es doch wieder und zeige euch meine Pilzbeute vom vergangenen Samstag. Da war schon eine illustre Gesellschaft beisammen. Gelbe, grüne, violette, graue und braune Pilze. Seht selbst:



    Oh shit! Das ist ja die "Pilzmischung" vom Sonntag. ;) Nicht dass da die NSA ihre Hände im Spiel, und meine Bilder getauscht hatte. ;-)) Trotzdem - lecker waren diese hier schon!
    Macht aber nichts, dann muss ich die Pilze eben so zeigen. Wie gesagt, eine kleine Mischung aus meiner Region, wobei das Meiste bei Kiefern wuchs. Die Wuschelköpfe hier kennt ihr sicher. Es sind Helmlinge mit dem besagten Schimmel.



    Für die nächsten fünf Funde möchte ich gerne eine kleine Bestimmungsrunde mit Punkten eröffnen. Wobei es sich hier nur um Myko-Ehrenpunkte handelt. Mein Konto bleibt tabu! ;o)
    Wie stellen wir es nun am Besten an?! 2 Punkte für die korrekte Art. Einen für den Vornamen und einen für den Nachnamen - bitte internationale Bezeichnungen angeben. Einen Tipp gibt es auch noch.


    Nr. 1 - Die einzige Großlorchel im Herbst, die mit Vornamen nicht Helvella heißt.



    Nr. 2 - strenger, seltener Kiefernbegleiter im sauren Moos-Flechtenwald ohne Hutschüppchen.



    Nr. 3 - der Nachname wäre eher etwas für Kenner der Materie



    Nr. 4 - typische Art des Spätherbstes, meist nach den ersten Bodenfrösten



    Nr. 5 - eine ebenfalls typische Art saurer Kiefernwälder. Hier sind zwei Nachnamen zulässig. Das Teil ist aber nur mit aktueller Fachliteratur zu knacken. Erstbeschreibung, glaube ich, 2007 oder 2008 in Frankreich.



    Also 10 Punkte wären es maximal.


    Ansonsten entwickelt sich die Saison wie so oft. Die Artenvielfalt nimmt ab und die Pilze mit Hut und Stiel verabschieden sich langsam. Wie man hier sieht, bleiben wenigstens die Stiele :



    Die kommende Jahreszeit wirft seine langen Schatten voraus, auch wenn diese momentan noch sehr klein ausfallen.



    Ritterlinge habe ich da jetzt mal rausgelassen. Das dürfte dann eher eine Expertenrunde werden, wenn ihr denn mögt. Das wären dann nochmal fünf Pics.


    Ach was soll's. Ich versuche es nochmal mit dem Korb vom Samstag.



    Allmächtiger - was soll denn das nun wieder? ;-))


    Viel Spass beim Mitmachen.
    Gruß Ingo

  • Hallo Ingo,


    da ich gleich eh auf Schicht muss versuch ich mich mal,


    1. Gyromitra infula Bischofsmütze
    2. k.A.
    3. Tulostoma mit rotbraunem Stiel vlt. fimbriatum
    4. k.A.
    5. würde ich gern zu den Amaniten zählen aber auch Volvarinella währe möglich, mit anderen Worten, fast so ratlos wie bei 2. und 4.


    so nun muss ich aber los evtl. hab ich später noch die Möglichkeit mal das Notebook aufzuklappen.


    Grüße
    Josch

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Ingo!


    Genial!
    Bitte nicht vor heute abend auflösen. Ich will auch noch was tippen und dabei wenigstens einen ganz kurzen Blick in ein Buch werfe.
    Du hast nicht geschrieben, von welchem Samstag der Morchelkorb stammt. ;)



    LG, Pablo.

  • Moin Moin...


    denn werd ich mal was in die runde schmeißen:


    1. Bischofsmütze (Gyromitra infula)


    2. ein Schleierling (Cortinarius spec.)


    3.Gewimperte Stielbovist (Tulostoma fimbriatum) CF!


    4.Frostschneckling, Hygrophorus hypothejus


    5. Amanita spec. (Pilzkompendium Band 3);)


    Alex

  • Auf Nr. 2 bin ich besonders gespannt, den kenne ich nämlich nicht.
    Der letzte ist ein Scheidenstreifling, heißt der nicht banal Amanita pini oder pineti?
    Zur Tulostoma: wie soll man die makroskopisch erkennen, mit unscharfer/unsichtbarer Mündung?

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

    Einmal editiert, zuletzt von Oehrling ()

    • Offizieller Beitrag

    So, Hallo. :)


    Danke für's Warten. Aber nachdem nun ja auch der Frostschneckling geknackt ist, kann ich nur noch zu dem Stielbovist einen alternativen Vorschlag machen. Das wäre Tulostoma melanocyclum. Aber wie Stephan sagt: Ohne Blick auf die Öffnung ist's recht schwer.
    Immerhin hatte ich meinen Rotstieligen von neulich diesen Namen auch mal als Arbeitstitel verpasst.


    Noch spannender ist sicher dieser Scheidenstreifling, weil: Der wächst bei mir im Sandkasten auch hier und da. Hatte ich immer im Vorbeigehen stiefmütterlich als A. vaginata angesprochen, fand das aber immer schon irgendwie komisch.


    Ein Sandkiefer - Scheidenstreifling...
    Ja, das wär's jetzt.



    LG, pablo.


  • Ein Sandkiefer - Scheidenstreifling...Ja, das wär's jetzt.


    Hallo Pablo,


    genau so schaut es aus. Das Teil hat bei mir mittlerweile eine ganze Bestimmungs-Evolution durchlebt.


    Momentan sieht es so aus, dass die Art sich Amanita pini (Neville) nennt.


    Stephan kennt ja meine Beiträge aus dem Paralleluniversum. Die Art gehörte bisher in den Dunstkreis von Amanita vaginata. Du musst dir allerdings vorstellen, dass diese Pilze, im Vergleich mit anderen ringlosen Amaniten, riesig und auch schwer sind.
    Jesko Kleine, ein anerkannter Amateurmykologe aus Leipzig, teilte mir vor zwei Jahren mit, dass es sich bei A. vaginata spez. wohl nur um ein Aggregat von grauen Scheidenstreiflingen handelt, welches vermutlich demnächst komplett aufgesplittet würde. Ob eine Art namens A. vaginata übrigbleibt, darf bezweifelt werden.


    Vermutlich handelt es sich bei der vorgestellten Art um die größten Amanitopsis neben den Kaiserlingen. Leider war dieses Pilzjahr eher suboptimal, da ich diese Kollektion erst vorige Woche auffand. In gut durchwässerten Sommern tauchen die auch mal Mitte Juli auf. 15 cm. hoch und auch so breit und gut 300 g schwer!

    Gruß Ingo



    [hr]


    Auf Nr. 2 bin ich besonders gespannt, den kenne ich nämlich nicht.


    Hi Stephan,


    das ist Cortinarius quarcitictus (Lindstr.) - der Quarz Dickfuß.
    Eine ähnliche Art ist Cortinarius malachius, der aber deutliche Schüppchen auf dem Hut hat.


    Die Teile wachsen im gleichen Terrain wie Tricholoma joachimii, focale und Co. - also im Flechten - Kiefernwald.


    Gruß Ingo[hr]


    Hallo Alex, du hast die meisten Sachen herausgefunden - 8 Punkte!
    Wer meine Beiträge in der Parallelwelt kennt, wie Stephan zum Beispiel, bekommt auch noch den Namen vom Scheidenstreifling raus. Den Schleierling als solchen zu erkennen, war ja auch schon OK.
    Nur - Google mal nach Cortinarus quarcitictus. Ein Bild kommt da, welches meinem sogar etwas ähnelt. Daher war die volle Punktzahl eigentlich für Niemenden hier machbar. Ich gebe ehrlich zu, dass es ein wenig gemein von mir war. Falls hier Jemand ein Pilzrätsel aus den Kalkgebieten posten würde - ich hätte auch nicht die Spur einer Chance!


    Gruß Ingo