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Saccobolus dilutellus
#1
Hi Leute,

vor kurzem habe ich von Torsten Richter eine sehr interessante Pilzart zugeschickt bekommen.
Ein kleiner Saccobolus, der sich hier an Mauskacke sehr wohlfühlt und in Kultur auch prächtig neue Fruchtkörper austreibt. 
Mittlerweile sind es schon etwas weniger geworden.

Da die Art im Forum noch nicht gezeigt wurde und sehr schöne Mikromerkmale hat, möchte ich euch die Bilder davon natürlich nicht vorenthalten.
Besonders auffällig sind die Sporencluster, die frei mitunter fast völlig rund sind, sowie die Sporen, die mit grob ornamentierter Oberfläche, aber glatter Unterseite und einem sehr auffälligen Randbereich ein nicht gerade alltäglicher Anblick unterm Mikroskop sind.

Saccobolus dilutellus
[Bild: 31819740xz.jpg]

[Bild: 31829239xo.jpg]

[Bild: 31829240ix.jpg]

[Bild: 31819741ei.jpg]

[Bild: 31819742qy.jpg]

[Bild: 31829238wh.jpg]

Hat den von euch schon mal jemand gefunden?

Viele Grüße,
Matthias
Je intensiver man sich mit Pilzen beschäftigt, desto komplizierter wird es, sie zu bestimmen.
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#2
Hallo, Matthias!

Nö, sowas hatte ich sicherlich noch nie, und kann auch nix Erhellendes zu beaknnten Aufsammlungen beitragen.
Sondern wollte nur kurz schreiben: Was sieht der mal geil aus.  Alright


LG, Pablo.
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#3
Whow, de möcht ich auch mal finden. Sind die oberen Sporenfotos eingefärbt oder ist das natur?

Klasse Doku jedenfalls.
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#4
Das ist ja mal wieder ein echter Knaller, Matthias!

Was der Torsten alles so findet! Eek

Und die Bilder sind schlichtweg DER Wahnsinn! Alright
Die Sporen und Sporencluster sehen exakt so aus, wie von van Brummelen in seiner Monografie dargestellt!

(14-02-2018, 19:43)Mreul schrieb:  Hat den von euch schon mal jemand gefunden?

MYKIS verzeichnet aktuell 5 Funde dieser Art für Sachsen, die alle von mir stammen.
Substrate waren Dung von Fuchs, Hase, Pferd und Schaf.
Die Art scheint also keine besonderen Substratvorlieben zu hegen, gehört jedoch zweifellos zu den seltenen Species der Gattung.
Zum Vergleich mal eines meiner bescheidenen Mikrofotos von 2011.


[Bild: 31830097pr.jpg]

Sehr ähnlich, allerdings mit etwas lockereren Clustern und einer etwas anderen Sporenornamentation ist Saccobolus globuliferellus.
Den hatten wir auch schon dreimal in Sachsen, zweimal konnte ich ihn nachweisen (Hase, Kaninchen).

Liebe Grüße vom Nobi

Es tickt die Zeit. Das Jahr dreht sich im Kreise.
Und werden kann nur, was schon immer war.
Geduld, mein Herz. Im Kreise geht die Reise.
Und dem Dezember folgt der Januar. (aus: Erich Kästner - Der Dreizehnte Monat)

Chips: 88 nach diversen Verlusten - Spende für APR 2015 - 5 verdiente Chips für Emil + 3 Chips von Sarah - 5 EM-Wetteinsatz - 3 APR 2016 - 10 APR 2017 (Einsatz) + 18 APR 2017 (Gewinn).









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#5
Hi ihr lieben,

das ist aber wieder mal ein Träumchen. Sun und wunderbar bebildert Matthias.

l.g.
Stefan
Risspilz hui; Rissklettern pfui.

Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. Big Grin

Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

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#6
Hallo Matthias

Schöner Fund.
Ich finde das Sporenornament dieser Art richtig schön Smile 

VG : Thorben
Ohne meine Kamera gehe ich keine Pilze suchen
Pilzfotosortiment von mir :
http://www.fotocommunity.de/fotograf/thorben96/fotos/1842313
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#7
Hallo Matthias,

da ist Dir wieder ein absolut perfektes Portrait gelungen!
Ich hatte mit Dungpilzen bis jetzt zwar noch nichts am Hut, aber da bekommt man so langsam Lust darauf, sich das eine oder andere "Häufchen" ins Regal zu legen :-)

Ich nehme an, die Sporenfarbe entspricht dem Original? Man sieht das ja auch schon makroskopisch.

Apropos makroskopisch: Wenn ich derart glänzende und hyaline Objekte unter dem Mikroskop mit Auflicht fotografiere (ich nehme mal an, Du machst das auch so) dann habe ich richtig eklige Reflexe auf dem Bild. Die fallen bei Deinen Bildern fast gar nicht auf. Wie machst Du das mit der Beleuchtung?

Viele Grüße
Ralph
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#8
Servus Mathias,
kann mich den Vorrednern nur anschließen.
Einfach genial und schön. Alright

Wird Zeit, dass sich auf meinen Reh-Kötteln auch mal wieder was rührt

Grüße
Felli
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#9
Servus zusammen,

danke Euch für die vielen positiven Rückmeldungen.
Die Sporen sind in Wasser fotografiert, sind also nicht gefärbt. Außer den Bildern in Lugol ist alles im Wasser aufgenommen und ungefärbt.

Hallo Nobi,

ja, der Torsten findet schon allerhand Sachen und nahezu immer ist was Besonderes dabei. Jetzt hat er dilutellus nochmal gefunden und noch einen anderen interessanten Dungpilz, den ich mir demnächst anschauen werde. Mal sehen, was sich fotografisch machen lässt.

Hallo Ralph,

Hassi schrieb:Apropos makroskopisch: Wenn ich derart glänzende und hyaline Objekte unter dem Mikroskop mit Auflicht fotografiere (ich nehme mal an, Du machst das auch so) dann habe ich richtig eklige Reflexe auf dem Bild. Die fallen bei Deinen Bildern fast gar nicht auf. Wie machst Du das mit der Beleuchtung?
Das Phänomen kenne ich auch nur zu gut. Ganz vermeiden geht wohl nicht, ich achte einfach darauf, dass die Fotomodelle nicht zu feucht sind, viel mehr kann ich dagegen auch nicht machen.
Die Fotos sind im Auflicht am Mikroskop gemacht und beleuchtet habe ich mit einer seitlich daneben hingestellten Halogen-Schreibtischlampe. Mehr ist da nicht dahinter.

Viele Grüße,
Matthias
Je intensiver man sich mit Pilzen beschäftigt, desto komplizierter wird es, sie zu bestimmen.
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#10
Fast überflüssig zu sagen, aber ich muß es doch mal loswerden:
Die Fotos und Doku vom kleinzeugbegeisterten Matthias sind GIGANTISCH und für mich immer wieder begeisternd... hier steckt sicher eine satte Kombi aus High-end-Optik und -Technik, Software, Geduld und Erfahrung dahinter.
Für mich insgesamt ein Grund, genauer hinzuschauen - solche 0,2 mm-Pilzchen findet man ja nicht mal so eben draußen auf dem Freien Feld, sondern erst zu Hause unterm Bino...
DANKE fürs Sichtbarmachen dieser kleinen großen Wunder!
Und Gruß von Chris 
Antworten
#11
(15-02-2018, 19:45)Mreul schrieb:  Die Fotos sind im Auflicht am Mikroskop gemacht und beleuchtet habe ich mit einer seitlich daneben hingestellten Halogen-Schreibtischlampe. Mehr ist da nicht dahinter.


Hallo Matthias,
danke für die Erläuterungen! Möglicherweise ist eine punktförmige Lichtquelle (Halogenbirne) auch die beste Beleuchtung für solche Objekte. Sie sind aufgrund ihrer Transparenz auch auf der lichtabgewandten Seite -quasi von innen- gut ausgeleuchtet und heben sich plastisch vor dunklem Hintergrund ab.

Ich habe mit meinem zweiarmigen Kaltlicht natürlich doppelt so viele Reflexe und die Diffusoren sorgen dafür, daß diese auch noch recht groß ausfallen.
Ich muß da wohl etwas forschen.

Ich hätte noch eine Frage zum Pilz. In welchem Zustand entlässt der denn die Sporen? Werden da Einzelsporen freigesetzt oder bleibt das Sporencluster komplett und ist somit die kleinste Verbreitungseinheit? Weiß das jemand?
Auf dem letzten Bild zerbröseln die Gruppen in Einzelsporen, aber das wird wohl an der toxischen Wirkung der IKI-Lösung liegen...

Viele Grüße
Ralph
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#12
Hi zusammen,

danke Dir, Chris.  Smile 

Hallo Ralph,

kann gut sein, dass eine Lichtquelle für so kleine Objekte am besten ist, ich hatte mal was gekauft, womit ich beidseitig beleuchten konnte, aber das hat nicht so geklappt wie gewünscht und war platzmäßig zu eng, hab das wieder zurückgeschickt. Weiß gar nicht mehr genau, was das war, das war noch mit meinem vorherigen Mikroskop. Für größere Pilze, wie kleine Mycenas, die ich auch unterm Mikro fotografiere, wäre eine Rundumbeleuchtung aber doch besser, da kommen momentan oft intensive Schattenwürfe dabei raus. Vielleicht rüste ich ja nochmal auf.

Zu Deiner Frage: Ich habe viele freie Sporencluster gesehen, d.h. ich gehe davon aus, dass die als Cluster aus den Asci entlassen werden, aber später zerfallen sie dann auch noch zu Einzelsporen. In allen Präparaten mit reifen Exemplaren hatte ich bräunliche Einzelsporen - bräunlich werden sie, wenn sie voll- bis überreif sind. Da die Einzelsporen meistens ungünstig positioniert waren, hab ich da keine extra Fotos gemacht, die Sporen sieht man ja in den Clustern auch gut genug, denke ich.

Viele Grüße,
Matthias
Je intensiver man sich mit Pilzen beschäftigt, desto komplizierter wird es, sie zu bestimmen.
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