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Radulomyces molaris ?
#1
hallo!
habe noch alte Bilder von unbestimmten Pilzen vom Februar 2015 gefunden und bin der Meinung, daß es sich hier um einen Gezähnten Reibeisenpilz - Radulomyces molaris - handeln könnte - er kommt bei uns selten vor, und ich habe ihn bisher noch nicht finden können, meist waren es dann ja Schizopora paradoxa - dieser wächst hier auf einem am Boden liegenden Laubholzast (wohl Buche), die teilweise auch nach oben stehenden Ränder und die Stacheln sind braun gefärbt - die Qualität der Bilder ist leider nur mäßig -
vielen Dank für die Bemühungen - mfg magellan

               
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#2
Hallo, Magellan!

Radulomyces molaris wächst streng resupinat (bildet nie solche Hutkanten) und ist in der Färbung und Anatomie der Stacheln, sowie in der Konsiszenz (eher wachsartig wenn frisch) etwas anders. 
Hier hast du es mit einem Stacheling aus der Gattung Steccherinum zu tun. 
Höchstwahrscheinlich entweder Steccherinum ochraceum oder Steccherinum bourdotii, die wirklich sicher nur über die Sporenform zu trennen sind. Die Länge der Stacheln (S. bourdotii langstachelig, S. ochraceum kurzstachelig) kann aber recht solide zur Voreinschätzung taugen. Wobei es auch da je nach Alter der Fruchtkörper mal Übergänge geben kann.


LG, Pablo.
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#3
Hi Pablo,
wie unterscheidet man diesen makroskopisch von z.B. Hyphodontia quercina?
Greets
Dieter
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#4
Hallo, Dieter!

Du meinst die Unterscheidung Radulomyces molaris vs. Hyphodontia quercina?
Makroskopisch ist das nicht einfach, glaube ich. Allerdings hat sich Hyphodontia quercina mir noch nicht vorgestellt. Mikroskopisch wäre es kein Problem, aber makroskopisch wüsste ich es nicht. Zumal beide ja gerne an Eiche wachsen. Und auch Basidioradulum radula muss man berücksichtigen, auch wenn das Hauptsubstrat dieser Art Kirsche ist, aber die kann durchaus mal fremd gehen. Hyphoderma transiens wäre eine weitere, makroskopisch sehr ähnliche Art...


LG, Pablo.
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#5
Ah OK,
Danke Pablo. Sehr interessant. Ich werde demnächst die Arten welche ich in dieser Richtung gefunden habe hier auch mal zeigen.
Aber dazu später...
Beste Grüße
Dieter
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#6
Hallo!
Zitat:Du meinst die Unterscheidung Radulomyces molaris vs. Hyphodontia quercina?
Steccherinum ochraceum (welcher hier wahrscheinlich gezeigt wird) hat stumpfe Zähne und reif eine orangefarbene Fruchtschicht. Hyphodontia quercina hat reif Ockerfarben und spitz zulaufende "Stacheln", ihm fehlt dieser gleichmäßige noppige Eindruck der Fruchtschicht.
Radulomyces molaris hat längere, stachelige Zähne, in ziemlich gleichen Abstand zueiander und gleicher Zahnlänge.
Wahrscheinlich muss man sich das live oder auf vertrauenswürdigen Bildern anschauen, damit man das sieht.


VG Ingo W
________________________________________________________________
"Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"
oder wie sogar die Gnolme wissen:

[Bild: attachment.php?aid=177501]:"Pilzis ne bloß von o'm anguck!!  Unt'n auch wichtich is!"

Pilzwettchips: 128

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#7
Hallo, Ingo!

Und sicherlich bildet Hyphphodontia quercina ebenfalls keine Hütchen aus.  Smile


LG; Pablo.
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#8
(11-01-2017, 22:01)Ingo W schrieb:  Hallo!

Zitat:Du meinst die Unterscheidung Radulomyces molaris vs. Hyphodontia quercina?
Steccherinum ochraceum (welcher hier wahrscheinlich gezeigt wird) hat stumpfe Zähne und reif eine orangefarbene Fruchtschicht. Hyphodontia quercina hat reif Ockerfarben und spitz zulaufende "Stacheln", ihm fehlt dieser gleichmäßige noppige Eindruck der Fruchtschicht.
Radulomyces molaris hat längere, stachelige Zähne, in ziemlich gleichen Abstand zueiander und gleicher Zahnlänge.
Wahrscheinlich muss man sich das live oder auf vertrauenswürdigen Bildern anschauen, damit man das sieht.


VG Ingo W

Danke Ingo,
Deine Beschreibung hat mir gerade ein paar Schritte weiter geholfen bei einem Unbekannten.
Greets
Dieter
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#9
Hi nochmal.

(11-01-2017, 22:01)Ingo W schrieb:  Radulomyces molaris hat längere, stachelige Zähne, in ziemlich gleichen Abstand zueiander und gleicher Zahnlänge.

Wobei der "ziemlich gleiche Abstand" und die "ziemlich gleiche Zahnlänge" etwas relativ sind.  Wink
Vertrauenswürdige Bilder von Radulomyces molaris habe ich im Angebot:
   
   
   
Drei verschiedene Kollektionen, alle natürlich durchmikroskopiert: Ist ja meist schnell erledigt, wenn es nicht zufällig mal was Ausgefallenes und Seltenes sein sollte.
Solche Stachel- und / oder Zähnchenpilze haben bei mir generell Mikroskop - Pflicht, weil es makroskopisch zu viele Bestimmungsfallen gibt.


LG, Pablo.
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#10
Danke Pablo,
eine sehr interessante Sache.
Ich habe Mikrobilder von meinen... bin aber immer noch unsicher.
Kann ich Euch leider noch nicht zeigen da noch komplett unbearbeitet.
Melde mich aber bald dazu.
Dieter
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#11
Hallo Pablo!

Pablo schrieb:
Zitat:Wobei der "ziemlich gleiche Abstand" und die "ziemlich gleiche Zahnlänge" etwas relativ sind.
Ja, damit wäre meine Aussage bezüglich gleicher Zahnlänge hinfällig und ist gedanklich zu streichen.
Ich hatte so größere Flächen im Kopf, so in der Art:
http://www.pilzbestimmer.de/bilder/1/1241-mola2L.jpg

VG Ingo W
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oder wie sogar die Gnolme wissen:

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#12
hallo!
und hier zum Vergleichen noch einmal etwas bessere Bilder vom hoffentlich Steccherinum ochraceum -
mfg magellan

       
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#13
Hallo, Magellan!

Auf diesen Bildern taucht jetzt das Problem auf, was ich schon fast befürchtet habe: Da stehen lange und kurze Stacheln innerhalb eines Fruchtkörpers.
Makroskopisch ist Steccherinum bourdotii also auch sehr gut möglich.
Du kannst den ja mal trocknen, und wenn du wieder mal was verschicken willst, dann tu den einfach dazu.  Smile

(12-01-2017, 20:40)Schwammer-Dieter schrieb:  Kann ich Euch leider noch nicht zeigen da noch komplett unbearbeitet.
Melde mich aber bald dazu.
Immer her mit den Bildern, Dieter, aber nur kein Stress.
Radulomyces molaris ist gekennzeichnet durch die großen, (breit-)elliptischen Sporen, große und unregelmäßig geformte Basidien und gelegentliche, zylindrische hyphenenden dazwischen. Monomitisch, alle Hyphen dünnwandig und mit Schnallen. Alle Gewebe negativ auf Melzer.
   
   
   


LG, Pablo.
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#14
Hallo zusammen,
ich kann mit Bildern eines Fundes von 2011 aus Schweden von Hyphodontia quercina (Xylodon quercinus) an Zitterpappel dienen, den Frank für mich bestimmt hat.
Gruß, Maren
   
   
   
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#15
Hallo!

Tja, mit Marens Bild gehen wohl auch meine oben erwähnten spitz zulaufenden Stacheln für Hyphodontia quercina über den Jordan.
Zeigt mal wieder, dass zur Makroskopie eben trotzdem größere Erfahrung gehört, um das von-bis richtig einzuschätzen.

VG Ingo W
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#16
Hallo, Maren!

Genau. Inkrustierte (teils etwas dickwandige) Hyphen und kopfige Hyphenenden bei H. quercina.  Alright
Die Sporen mit den Tröpfchen kann man auch berücksichtigen, die hat >Ingo in seinem Portrait< schön abgebildet.


LG, Pablo.
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#17
(12-01-2017, 22:15)Beorn schrieb:  Immer her mit den Bildern, Dieter, aber nur kein Stress.

Hi Pablo,
Mail an Dich ist gerade raus Smile
Viel Spaß mit dem "Rätselchen" - falls es überhaupt eines ist.
Beste Grüße
Dieter
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