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Objektabstand - unprofessionelle, pilzfreie Fotoserie
#1
Liebe Pilzfotografen (und bei mir immer eingeschlossen auch die -gräfinnen,


Ich habe die Schmuddelwettertage dazu benutzt, die Grenzen meiner Optik etwas auszuloten. Erfahrenen Fotografen wird dieser Beitrag wahrscheinlich bestenfalls ein mildes Lächeln entlocken aber vielleicht ist es für den Einen oder Anderen Anfänger doch nützlich.

Wenn ich tolle, super scharfe Fotos sehe, frage ich mich immer wieder, ob meine Ausrüstung so was auch hergibt. Wenn nein, dann ist es eben so, wenn ja, wie bekomme ich das hin.
Zur Verfügen steht:
Panasonik G81, MicroFourThirds Sensor, 4592x3448 Pixel (16 MP)
Die Sensorgröße ist ein viertel vom Kleinbildformat, also 17,3x13mm, 1 Pixel hat 3,8/1000mm

Ich habe mal zur Probe mein Objektmikrometer fotografiert. Da sind 100 Linien auf 1 mm.
Da bin ich der physikalischen Grenze sehr nahe gekommen.
Aber das will ja auf das Pilzbild gebracht werden.

   

Nun wollte ich wissen, wie viel Abstand ich von einem Pilz mit ca. 9cm Größe halten muss, um den möglichts groß auf das Bild zu bekommen und wie sich der wachsende Abstand auf die Bilddetails auswirkt.
An Objektiven habe ich:
Makro: Pansonic HS030; 30 mm Brennweite; F2,8, Mindesabstand 105mm (vom Sensor)
Kitobjetiv: Pansonic H-FS12060; Brennweite 12 – 60 mm. F3,5 – 5,6; Abst: 20 – 25 cm v. S.
Telezoom: M.ZUIKO DIGITAL ED 40-150mm PRO
F2,8; Mindestabstend: (55) 70 cm, auch mit 1,4 Telekonverter
(war ich höchst übermütig, als ich das gekauft habe – aber ich habe es nicht gekauft, um den Wettbewerb zu gewinnen. Ich möchte zwar auch ein Mal oben stehen, aber ansonsten ist mir die Platzierung nicht wichtig)
Und ích brauche auch keine Geheimnisse aus meiner Ausrüstung zu machen. Irisle hat mich mit ihrer G6 bisher immer geschlagen obwohl sie mir zum Teil bei der Bildbearbeitung hilft.
Auf allen Objektiven habe ich inzwischen einen Schutzfilter und den hier auch draufgelassen.

1. nachträglich ein schneller Schnappschuss vom Versuchsaufbau:
Motiv ca. 1m vom Fenster und Weihnachtsdeko entfernt.

   

Den Hut meines gelben Stäublings habe ich tatsächlich beim Pilzesuchen gefunden. der Stiel war ein Griff in Klo, ähm in den Mülleimer daneben. Die Stielrillen habe ich ausgedruckt.
Der Tennistball schien mir gut geeignet wegen seiner filzigen Oberfläche, das sieht man die einzelnen Fasern – oder auch nicht. Die Beleuchtung hat sich als äußerst mangelhaft erwiesen. (in Studiobeleuchtung werde ich aber nicht investieren.
Angefangen Nachmittags bei relativ gutem Tageslicht und einer Stehlampe von links. Das ganze hat sich aber dann doch hingezogen bis in die Dunkelheit und dann dazugeschaltet die recht helle Wohnzimmer-Deckenlame und eine Stehlampe von rechts. Farben und Belichtung waren  mir hier egal, es haben sich aber doch einige Erkenntnisse ergeben. Ich versuchte nur, das Objekt halbwegs gleich hell zu bekommen.

Ich habe Focus und Belichtung als Spotmessung auf die Skala über 37 gerichtet, manueller Weißabgleich mit weißem Papier, leider nicht oft genug angepasst. Modus A (Blende)
Auf stabilem Stativ, ausgelöst mit dem Handy.
Je ein Bild mit Blende 2,8; (3,5); 4; 5,6; 8; 11; 16; 22
Zwei Bilder gestackt.

Alle Bilder auf 800x600 72dpi 100% jpg-Qualität gestaucht, damit die Datenflut nicht zu groß wird.
Dadurch sind natürlich nicht mehr alle Unterschiede klar erkennbar. Aber wenn das wirklich jemand interessiert, können wir noch darüber befinden. Alle Bilder soweit nicht anders erwähnt F11. F 8 wäre meist auch gut gewesen

2. Makroobjektiv, 30 cm Abstand, 22, cm von der Linse (möglicherweise nicht sauber fokussiert)

   

3, das Gleich nochmals im Lampenlicht

   

4. 12mm Kitobjektiv 12mm Brennweite, Abstand 16 cm, ca. 7-8 cm von der Linse

   

5. dito, F2,8 gestackt (20 Bilder, Picolay, aus Standard-4Versuche das mir am schärfsten erscheinende ausgewählt)


   


6. max. Zoom Kitobjektiv, 60 mm Brennweite, Abstand ca. 50 cm (ab hier jeweils v. Sensor)

   

7. Tele, Brennweite ca, 57mm Brennweite, Abstand ca. 60 cm.

   

8. dito, F4 gestackt. (F2,8 war nicht viel Unterschied)

   

9. max Tele, Brennweite 150mm, Abstand 120 cm

   

10. mit Telekonverter, Brennweite 210mm, Abstand ca. 167 cm

   

11. + kamerainterner Telekonverter, Brennweite 424mm (lt. Exif), Abstand 3,40m
Die Kamera benutzt dazu 2272x1704 Pixel

   

12. gleicher Abstand, ohne Kameratelekonverter (wie 10), auf ähnliche Größe vergrößert

   

13. wie 11 + 2x Digitalzoom, Abstand 6,50m (hat gerade gereicht zur Wand im Esszimmer)

   

14; gleicher Abstand wie 13, sonst wie 10 und vergrößert.

   

Ich habe das Gefühl, dass die Kamerainterne Vergrößerung einen Tick besser ist als am PC zu vergrößern, Wäre mal mit RAW zu testen, aber so schnell nicht.

Als Nebenprodukt habe ich mich noch mit der Software AmoK Exif Sorter beschäftigt.
Wird derzeit nicht weiterentwickelt und die neueste Version hat irgendwo Fehler beim Erstellen von Verzeichnissen.
Dieses Programm kann ganze Verzeichnisse nach Exifdaten sortieren und umbenennen und auch als Tabelle exportieren.

So, das war eine lange Geschichte, ab jetzt werde ich meine Zeit für Pilze und Fotografieren wieder zurückfahren (nach Beantwortung etwaiger Rückfragen) und mich anderen Prioritäten widmen wie zum Beispiel Brötchen verdienen.

vorläufiges Fazit:
eine Menge Arbeit, einiges gelernt.
Bist zum Ende Tele sollte die Schärfe ausreichen, zumindest in ähnlichen Situationen. Also kann ich die Brennweite nach Gestaltung auswählen, Natürlich nur, wenn die Lokalität das hergibt.

viele Grüße

Alis
Antworten
#2
Hallo Dieter,

danke für deine Bemerkungen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich immer richtig ausgedrückt habe.
Einerseits geht es um das Auflösungsvermögen der Optik, andererseits um die Frage, wie feine Details abgebildet werden können.
Und auch um die Frage, wie die gewünsche Schärfentiefe zu erreichen ist und wie sich das auf den Hintergrund auswirkt.
An dem Beispiel mit dem Objektmikrometer ist es mir jedenfalls aufgefallen:
mit dem Makroobjektiv ganz nahe dran lassen sich die hundertstel Millimeter erkennen.
Mit wachsendem Abstand (egal welche Linse) eben immer weniger.
Es lohnt fast nicht, die gezeigten Bilder mit größerer Auflösung einzustellen, die Unterschiede sind eher im Toleranzbereich meiner Aufnahmetechnik.
Unten mal trotzdem zwei.
Ich müsste das mal wiederholen mit geeigneter Beleuchtung, RAW und genauerer Ausrichtung, am besten mit einem geeigneten Pilz.
Einigermaßen gut sichtbar, trotz unterschiedlicher Beleuchtung ist die Auswirkung auf den Hintergrund.
Im Wald auf dem Display ist die Schärfe leider nicht so gut zu kontrollieren wie am PC, da brauche ich noch mehr Übung.
Das angestrebte Ziel ist, erst mal so gut zu fotografieren, wie es die Ausrüstung hergibt. Und möglichst wenig Nachbearbeitung.
Natürlich lässt sich auch bei einem optimalen Foto mit Nachbearbeitung noch was herauskitzeln oder wenn das Bild eben doch nicht ganz gelungen ist, noch was retten. (hier sind meine Fähigkeiten noch sehr ausbaufähig)

16 cm Abstand:

   

1,67 m Abstand

   

Gruß Alis
Antworten
#3
Hallo Dieter,

wo sind denn Deine Antworten hin? War doch alles richtig!

Gruß,

Fredy
Pilzliebe geht nicht durch den Magen, sondern durch das Objektiv!
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