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Guthmann / Reichel / Hahn: Taschenlexikon der Pilze Deutschlands
#1
Guthmann / Reichel / Hahn: Taschenlexikon der Pilze Deutschlands

Hat jemand von euch Erfahrung mit der Literatur? Da ich von Frau Lüders Buch aus dem gleichen Verlag sehr angetan bin, habe ich überlegt mir dieses "Taschenlexikon" ebenfalls anzuschaffen.

Um Rat wird gebeten. Vielen Dank im Voraus

Gruß

Andreas
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#2
Hallo earl,

ich habe das Buch, kostet so um die 30 Euro. In dem Buch sind sehr ausführlich Inhaltsstoffe und Wirkung von Pilzen, Giften ect. beschrieben. Beim Judasohr z.b. findet sich eine 4einhalbseitige Beschreibung incl. Heilwirkung als Vitalpilz usw.

Pilze findest du "nur" ca. 150 dafür sehr ausführlich - für Fans und Menschen die sich intensiver mit der Pilzkunde beschäftigen. Als Pilzbuch für Fortgeschrittene würde ich es bezeichnen die "mehr" wissen wollen.

Wenn du das Buch von Rita Lüder hast eine sinnvolle Ergänzung.

Gruß

Derpilzberater
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#3
Hallo,

eigentlich bin ich mit meinem ziemlich bescheidenen Bestand an Pilzliteratur ganz zufrieden, überlege aber doch ab und zu, welche weitere Anschaffung für mich lohnenswert sein könnte.

Auf dieses wurde ich eher zufällig aufmerksam. Allzu oft empfohlen wird es anscheinend nicht, was damit zusammenhängen mag, dass es kein klassisches Bestimmungsbuch ist.

Eine Rezension habe ich gefunden:
http://www.passion-pilze-sammeln.com/taschenlexikon_der_pilze.html

Und noch eine etwas weniger wohlwollende:
http://www.pilzfreun.de/2012/07/taschenlexikon-der-pilze-deutschlands/

Das Inhaltsverzeichnis:
http://d-nb.info/1001892607/04

Vielleicht mag auch einer der Autoren noch etwas dazu schreiben, da er nun schon mal hier ist Wink?

Evtl. zur Zielgruppe, oder sogar eine Leseprobe?

LG, Craterelle

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Der Erebus-Kalender 2018 ist fertig Alright
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#4
Servus Craterelle,

was soll ich als Mitautor drüber schreiben? Ich bin ja quasi befangen Wink .
Ich selbst habe die Gattungsdefinitionen beigesteuert und war bei den beschreibenden Texten der Arten zusammen mit Reiner Reichel aktiv. Die Hintergrundinformationen zu den Inhaltsstoffen und der Chemie allgemein hat Jürgen Guthmann recherchiert und zusammengefasst (er hat jetzt auch ein eigenes Buch über Vitalpilze herausgebracht).

Es stimmt, dass es kein klassisches Bestimmungsbuch ist, da wir ganz bewusst nur 150 Arten genommen haben, die aber ausführlich besprechen und viele Infos auch rundherum dazu angeben. Die Pilzberaterausbildung der BMG fußt auch teils auf den dort angegebenen Gattungsdiagnosen und natürlich auf den dort abgehandelten Gift- und Speisepilzen.

Bei Agaricus habe ich die Gattungsdefinition ein bisserl an Einsteiger angepasst (ich habe nicht geschrieben, dass Agaricus ein Velum unversale besitzt, da dann Anfänger wieder Knollis als Champignons erkennen würden) und auch die Unterteilungen der Gattungen - z.B. der Schleierling - entspricht nicht der aktuellen, genetischen Phylogenie, sondern ist der Praxis der Pilzberater angepasst (z. B. Rauköpfe inklusive der fuchsigen, giftigen zusammen mit den grünen).

Natürlich kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen Cool Insbesondere für Pilzberater, die auch ein bisserl mehr über die klassischen Arten erfahren wollen. Und so war es auch konzipiert - also als Ergänzung zum Lüder-Buch der selben Reihe.

Ich bin aber, was die Bewertung angeht, natürlich, wie eingangs erwähnt, befangen Smile

LG
Christoph
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#5
Hallo Christoph,

Danke für deine Antwort. Zu Heilpilzen gibt es so viel im Web, was allerdings zu einem nicht unerheblichen Teil eher unseriös auf mich wirkt.

Insofern finde ich es positiv, wenn sich ein Buch auch mit den chemischen/ medizinischen Grundlagen dafür befasst.

Aber es hilft wohl nichts, ich muss mal in einer Buchhandlung hineinschnuppern, ob es mich anspricht.

Eine Leseprobe war irgendwo verlinkt (ich glaube aus dem Doppelpilz-Forum), war aber nicht mehr online.

LG, Craterelle

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Der Erebus-Kalender 2018 ist fertig Alright
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#6
Nun bin ich also Besitzerin dieses Werks, so schnell kann's gehen. Insgesamt ist mein Eindruck positiv, ich bereue den Kauf nicht.

Obwohl es von der Größe her geeignet wäre, erscheint es mir als "Unterwegsbuch" eher unpassend. Einem Anfänger würde ich lieber die kleinste Ausgabe E. Gerhard mit vergleichbarem Umfang in den Wald mitgeben. Aber als Bestimmungsbuch ist es ja auch nicht konzipiert, deshalb ist das völlig in Ordnung so.

Kurz gestutzt habe ich bei der taxonomischen Zuordnung der Stockschwämmchen zu Pholiota und dem Hinweis, dass sie nur früher in eine eigene Gattung gestellt worden seien. Das ist an mir komplett vorbeigegangen, aber ich bleibe auch nicht zuletzt deshalb lieber bei den deutschen Namen.

Da mir auch die englischen Trivialnamen in vielen Fällen sehr gefallen, freue ich mich über deren Auflistung im Anhang. Da sieht man dann auch über so einige Tippfehler gern hinweg.

Das Inhaltsverzeichnis der deutschen und wissenschaftlichen Namen hebt Arten, denen eine eigene Beschreibung gewidmet ist fett hervor. Ein sinnvoller Ansatz, den man hätte vervollständigen können, wenn man nur die Seitenzahl der eigentlichen Beschreibung fett gesetzt hätte und die weiteren Nennungen in den Artikeln zu anderen Arten nicht.

Nicht so gut nachvollziehen kann ich mitunter die Beschreibungen der Gerüche und gelegentlich auch die zu Geschmack/Küchentauglichkeit. Das werde ich zum Anlass nehmen, einige meiner Eindrücke nochmals kritisch zu überprüfen, und z.B. den Ockertäubling noch einmal zu probieren, wenn er denn dem von mir geschätzten Fichtenreizker ebenbürtig sein soll.

Die Abschnitte zu den Inhaltsstoffen und deren Wirkungen finde ich interessant, besonders weil ich sonst kaum komprimierten Darstellungen der wissenschaftlichen Arbeiten in diesem Bereich wüsste. Die Quellen sind häufig angegeben. Manchmal ist auch das Fehlen von wissenschaftlichen Erkenntnissen eine hilfreiche Information.

Chemische Strukturformeln können mich nicht schrecken, tragen aber für sich genommen bei mir nur sehr beschränkt zum Erkenntnisgewinn bei.

Nachtrag: In der Einleitung ist folgendes zu lesen: "Das mutwillige Zerstören von Pilzen ist in Deutschland zudem verboten und kann mit einer Geldbuße geahndet werden." Manchmal wünsche ich mir das zwar kurzfristig, aber mir fehlt der Glaube in diese Aussage (was wiederum das Vertrauen in andere Angaben, für die keine Quellen angeführt sind, nicht unbedingt erhöht). Christoph, kannst du erhellen, auf welche rechtlichen Grundlagen ihr euch da bezieht?

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Der Erebus-Kalender 2018 ist fertig Alright
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#7
Liebe Craterelle,

ich gehe mal kurz auf ein paar einzelne Punkte ein (und muss dann ins Bett)

(29-07-2017, 16:19)Craterelle schrieb:  Da mir auch die englischen Trivialnamen in vielen Fällen sehr gefallen, freue ich mich über deren Auflistung im Anhang. Da sieht man dann auch über so einige Tippfehler gern hinweg.

Gut zu wissen - es ist eventuell eine Neuauflage geplant. Die englischen Namen hatte ich nicht recherchiert ;-)

Zitat:Ein sinnvoller Ansatz, den man hätte vervollständigen können, wenn man nur die Seitenzahl der eigentlichen Beschreibung fett gesetzt hätte und die weiteren Nennungen in den Artikeln zu anderen Arten nicht.

Stimmt Shy

Zitat:Nicht so gut nachvollziehen kann ich mitunter die Beschreibungen der Gerüche und gelegentlich auch die zu Geschmack/Küchentauglichkeit. Das werde ich zum Anlass nehmen, einige meiner Eindrücke nochmals kritisch zu überprüfen, und z.B. den Ockertäubling noch einmal zu probieren, wenn er denn dem von mir geschätzten Fichtenreizker ebenbürtig sein soll.

Das wiederum war ich. Ich mag den Fichtenreizker, wenn er scharf angebraten ist (sonst schmeckt er mir zu bitter) - und ähnlich finde ich den Ockertäubling, wenn er scharf angebraten wird - ist er voll mit Wasser, sodass er in der Pfanne vor sich hin köchelt, wird er bitter. Ist rein subjektiv alles mein Empfinden.

Zitat:Nachtrag: In der Einleitung ist folgendes zu lesen: "Das mutwillige Zerstören von Pilzen ist in Deutschland zudem verboten und kann mit einer Geldbuße geahndet werden." Manchmal wünsche ich mir das zwar kurzfristig, aber mir fehlt der Glaube in diese Aussage (was wiederum das Vertrauen in andere Angaben, für die keine Quellen angeführt sind, nicht unbedingt erhöht). Christoph, kannst du erhellen, auf welche rechtlichen Grundlagen ihr euch da bezieht?

Das bezieht sich auf das Bundesnaturschutzgesetz. Da steht es explizit drin. Ich habe jetzt auf die Schnelle nicht den Paragraphen gefunden (habe nur gegoogelt, nicht durch das Gesetz geblättert), aber ich kann etwas zitieren:

Zitat:Ferner ist es nach den Bestimmungen des Bun-
desnaturschutzgesetzes verboten, Pilze ohne
vernünftigen Grund von ihrem Standort zu ent-
nehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände nie-
derzuschlagen oder auf sonstige Weise zu ver-
wüsten. Man darf daher z.B. auch keine Giftpil-
ze umstoßen oder mutwillig zertrampeln

Quelle: https://www.regierung.oberfranken.bayern.de/imperia/md/content/regofr/service/download/amtsblatt/ofr_amtsblatt_2011_09.pdf

(eine Veröffentlichung von Verordnungen)

Es freut mich, dass du den Kauf nicht bereust Wink

LG
Christoph
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#8
Hallo Christoph,

(30-07-2017, 03:02)Tricholomopsis schrieb:  Gut zu wissen - es ist eventuell eine Neuauflage geplant.
Ich würde mich freuen, wenn einige meiner Anregungen in die nächste Auflage Eingang finden.

Zitat:Das wiederum war ich. Ich mag den Fichtenreizker, wenn er scharf angebraten ist (sonst schmeckt er mir zu bitter) - und ähnlich finde ich den Ockertäubling, wenn er scharf angebraten wird - ist er voll mit Wasser, sodass er in der Pfanne vor sich hin köchelt, wird er bitter. Ist rein subjektiv alles mein Empfinden.
Ich dachte, ich lasse den Ockertäubling stehen, weil er muffig schmeckt Eek -> Nachtest erforderlich.

Erstaunt hat mich außerdem die Geruchsbeschreibung "spermatisch" bei Morcheln. Kenne ich weder von frischen noch von überalterten Morcheln (nasser alter Waschlappen) und auch nicht von getrockneten (eher etwas nach Schweiß als nach Sperma, wie bei vielen Trockenpilzen mit stark "pilzigen" Aromen).

Beim Leberreischling fehlen Angaben zu Geruch/Geschmack und Sporen.

LG, Craterelle

Nachtrag: Ich finde im Bundesnaturschutzgesetz nichts Konkreteres als § 39 Abs. 1 Nr. 2. Dort ist aber nur von Pflanzen die Rede. Ob deine Quelle daraus ableitet, dass das sinngemäß auf Pilze zu übertragen ist? Oder gibt es doch noch eine andere Vorschrift zu Pilzen, die ich nicht finde?

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#9
Griass di, Craterelle...

(30-07-2017, 08:46)Craterelle schrieb:  Ich würde mich freuen, wenn einige meiner Anregungen in die nächste Auflage Eingang finden.

Die Neuauflage ist im Moment nur im Gespräch - ob es konkret dazu kommt, weiß ich nicht. Falls ja, bin ich natürlich für jeden Hinweis dankbar.

Zitat:Erstaunt hat mich außerdem die Geruchsbeschreibung "spermatisch" bei Morcheln.

Das ist wiederum rein subjektiv - die Käppchenmorchel riecht für mich deutlich spermatisch und die Speisemorchel zwar nicht so deutlich, aber unterschwellig auch. Ist wohl wirklich nasenabhängig. Ich habe da einfach meine eigene Geruchsassoziation genommen.

Zitat:Beim Leberreischling fehlen Angaben zu Geruch/Geschmack und Sporen.

Okidoki - wurde vergessen Wink Und er schmeckt ja wirklich stark säuerlich.

Zitat:Nachtrag: Ich finde im Bundesnaturschutzgesetz nichts Konkreteres als § 39 Abs. 1 Nr. 2. Dort ist aber nur von Pflanzen die Rede. Ob deine Quelle daraus ableitet, dass das sinngemäß auf Pilze zu übertragen ist? Oder gibt es doch noch eine andere Vorschrift zu Pilzen, die ich nicht finde?

Das ist recht simpel. Pilze sind juristisch gesehen Pflanzen. Das ist zwar biologisch unsinnig, aber juristisch ist es so. Deshalb kann man sich nicht herausreden, wenn in einem NSG die Entnahme von Pflanzen verboten ist, dass man dann Pilze sammeln düfte.

LG
Christoph
Antworten
#10
(31-07-2017, 01:19)Tricholomopsis schrieb:  Das ist recht simpel. Pilze sind juristisch gesehen Pflanzen. Das ist zwar biologisch unsinnig, aber juristisch ist es so. Deshalb kann man sich nicht herausreden, wenn in einem NSG die Entnahme von Pflanzen verboten ist, dass man dann Pilze sammeln düfte.

Moin Christoph,

so simpel, wie du es darstellst, ist es vielleicht doch nicht.

Es gab tatsächlich Urteile (sogar vom BGH) zum (damals) ähnlich weit ausgelegten Begriff "Pflanze" im Betäubungsmittelgesetz.

Die Juristen, mit denen ich darüber gesprochen habe, sind aber der Ansicht, dass das keineswegs zwingend auf ein anderes Gesetz zu übertragen wäre, sondern da erneut abgewogen werden müsse. Wobei natürlich die Entscheidungen zur Auslegung des BTMG mit einfließen würden, andererseits aber der Umstand, dass dessen Wortlaut schon vor ca. 10 Jahren abgeändert wurde, eher als Indiz dafür gewertet werden könnte, dass der Begriff eben nicht hinreichend eindeutig ist.

Im übrigen habe ich Zweifel, ob § 39 Abs. 1 Nr. 2 des BNatSchG überhaupt häufiger zur Anwendung kommt, auch schon in Bezug auf Pflanzen i.e.S.

Und damit die Frage, wie weit der Begriff hier zu verstehen ist, gerichtlich geklärt wird, muss zunächst ein Bußgeld verhängt werden (in Bezug auf Pflanzen i.w.S., also Pilze) und außerdem die Person Einspruch dagegen einlegen. So ist zumindest mein laienhaftes Verständnis der Abläufe.

LG, Craterelle

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