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Gelber Spinnwebpilz an Holz
#1
Hallo zusammen,

mal eine Rindenpilz-Anfrage von mir, auch wenn ich kaum Hoffnung habe, dass jemand eine Idee parat hat, aber man weiß ja nie...

Letzte Woche fand ich, vermutlich an Fagus, auf der Unterseite eines dicken Stammes diesen Pilz, der praktisch ein reines Faden-(Hyphen-)Geflecht ist und sich wie Spinnweben anfühlt. Der Pilz ist geruchlos. In Kontakt mit KOH (3%) färbt er sich weinrot.

   
(Farbe hier realistischer)

   

Leider fand ich keinerlei Sporen, sondern lediglich diese Hyphen, die in H2O allesamt mit gelben Kristallen besetzt sind und, in KOH (3%) jedoch glatt. Die Hyphen sind schnallenlos. Die weinrote Färbung erkennt man auch in Strukturen des Pilzes wieder, wobei ich mir nicht sicher bin, ob nicht doch Holz in meine Proben geraten ist (obwohl ich extra darauf geachtet habe). Jedenfalls sehen diese rechtwinkligen Strukturen eher wie Holz aus. Dennoch muss die makroskopische Färbung der Hyphen ja ein mikroskopisches Pendant haben.

Hyphen in H2O

   

Hyphen in KOH (3%)

   

Hyphen ohne Schnallen

   

Sehr selten auch Kristalle trotz KOH (3%)

   

Weinrote Färbung in KOH (3%) (1)

   

Weinrote Färbung in KOH (3%) (2)

   

Mehr kann ich leider nicht liefern und ich habe absolut keine Idee. Danke vorab für jeglichen Einfall! Smile

LG, Jan-Arne
                                                                           
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#2
Hallo, Jan-Arne!

Ich fürchte, das wird sich nicht einordnen lassen. Sieht aus, als wäre das nur ein Subikulum oder Mycelfilz, um da was rauszulesen bräuchte man irgendwelche Hymenialstrukturen, Basidien und idealerweise auch Sporen. Das scheint bei diesem Fund aber alles futsch zu sein. Nur aus den Hyphen kann man lediglich erkennen, daß es monomitisch ist, Septen ohne Schnallen bildet, und die Hyphen in Wasser halt inkrustiert sind. Damit alleine lässt sich allerdings keine Einordnung machen.

Die in KOH rot verfärbenden Strukturen dürften irgendwelche Pflanzenfasern sein, das ist jedenfalls nix pilzliches.


LG, Pablo.
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#3
Ahoi!

Danke für deine Antwort. So hatte ich es befürchtet. So skurril wie der Anblick beim Drehen des Stöckchens war, so skurril war auch der Anblick der nicht vorhandenen Basidien, Sporen etc. - Ich hatte gehofft, dass es ganz eventuell was Häufigeres ist (zudem ja gut erkennbar und auffällig), sofern man sich mit dem Thema näher beschäftigt, aber dann wäre es dir sicher schon begegnet. Smile

LG, Jan-Arne
                                                                           
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#4
Hi.

Auch bei häufigen sachen lässt sich normalerweise ohne Hymenium nix mehr machen. 
Aber wenn du noch einen Versuch starten willst:
   
Versuchs mal mit den hier markierten Stellen. Das sieht fast so aus, als könnten da Reste eines Hymenophors sitzen.


LG, Pablo.
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#5
Hallo Pablo,

danke auch für den Hinweis. Ich habe gerade nachgesehen. Das war leider kein Teil des Pilzes, sondern etwas anderes, vermutlich etwas Tierisches. Also bleibt der tatsächlich unbenamst. Nicht so tragisch und bei meinen Krusten-/Rindenpilz-Versuchen kein Einzelfall. Smile

LG, Jan-Arne
                                                                           
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