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Erynia curvispora
#1
Hallo zusammen

Vor 4 Tagen fand ich in einem Bach, an einem Holzblock zwei Insekten die von einem Pilz befallen wurden.
Nach dem ich etwas im Internet geguckt hatte, denke ich das es vielleicht wegen der Konidienform etwas in Richtung Zoophthora sein könnte.
Mal schauen vielleicht lässt sich das ja irgendwann von jemanden bestätigen.
Hier sind die Bilder:
1.
   

2.
   

3. Vielleicht eine Zystide.
   

4. Konidienträger
   

5.
   

6. Konidie wird vom Konidienträger abgeschnürt
   


Bei den Konidien gibt es ein Problem und deshalb sind die Messungen auch zum Teil fehlerhaft, denn es gibt einmal Konidien die vom Konidienträger und welche die von den Konidien selbst produziert werden. Und genau da ist das Problem, weil erst einmal herausfinden muss wozu den welche Konidie gehört :/
Wenn ihr die Bilder 7 und 8 vergleicht, sowie Bild 4 dann erkennt man einen Unterschied in der Form und der Tropfen.
Zu der Beginn der Messungen habe ich die Konidien beide separat gemessen und aufgeschrieben, aber weil die Messungen nahezu identisch waren dann zusammen aufgeschrieben.
Ich denke das das ein Fehler war und ich hätte das wohl weiter separat aufschreiben sollen, weil jetzt die Messungen der beiden Konidienarten gemischt ist :/


7.
   

8.
   

Am Ende hat es sich mal wieder herausgestellt, dass der Pilz zwar Makroskopisch wie Entomophthora muscae aussieht, aber Mikroskopisch ein anderer ist.

VG : Thorben
Ohne meine Kamera gehe ich keine Pilze suchen
Pilzfotosortiment von mir :
http://www.fotocommunity.de/fotograf/thorben96/fotos/1842313


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#2
Hallo, Thorben!

Ich bin mal wieder beeindruckt.  Alright
Was mich stutzig macht: Die zystidenbildenden Organe sehen fast aus wie Basidien. Daß es keine sind, hast du ja nachgewiesen auf den Bildern, wo aus diesen Zellen Konidien gebildet werden. Das ist gut erkennbar.
Aber können denn neben solchen konidien auch Zystiden gebildet werden?
vermutlich schon, wenn man als Zystiden alle sterilen Zellen mit entsprechenden merkmalen versteht.
Sieht jedenfalls auch interessant aus.


LG; Pablo.
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#3
Hallo Pablo


Zitat:Aber können denn neben solchen konidien auch Zystiden gebildet werden?
Laut ein paar PDF-Dateien sollen es Zystiden geben, aber leider sind die Mikrobilder im Netz sehr rar, worüber ich mich sehr ärgere.

Zitat:Was mich stutzig macht: Die zystidenbildenden Organe sehen fast aus wie Basidien. Daß es keine sind, hast du ja nachgewiesen auf den Bildern, wo aus diesen Zellen Konidien gebildet werden. Das ist gut erkennbar.
Das Problem bei den Konidiophoren ist, dass diese durch die Bildung der Konidien schwer zu messen sind, weil man will ja nur die Konidienträger messen und nicht Konidienträger + Konidien.

VG : Thorben
Ohne meine Kamera gehe ich keine Pilze suchen
Pilzfotosortiment von mir :
http://www.fotocommunity.de/fotograf/thorben96/fotos/1842313


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#4
Hallo zusammen

Dieser Pilz konnte durch Dr. Siegfried Keller als Erynia curvispora identifiziert werden.

VG: Thorben
Ohne meine Kamera gehe ich keine Pilze suchen
Pilzfotosortiment von mir :
http://www.fotocommunity.de/fotograf/thorben96/fotos/1842313


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#5
Hallo, Thorben!

Das freut mich, daß dieser Pilz (mit seinen sonderbaren Zystiden) und auch Erynia ovispora einen Namen bekommen haben.  Alright
Umso besser als du anscheinend einen Fachmann gefunden hast, der dich mit diesem faszinierenden Spezialgebiet ein wenig mitnehmen kann. Hoffentlich bleibt ihr in Kontakt, denn es macht alles viel einfacher und die Untersuchung solcher Pilze macht viel mehr Spaß, wenn man von jemandem auf einem Spezialgebiet angeleitet und korrigiert wird.

Insofern hoffe ich natürlich auch auf weitere Funde und Dokumentationen, sobald sich die Insekten wieder aus ihren Löchern wagen.  Smile


LG; Pablo.
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#6
Hallo Pablo


Zitat:Umso besser als du anscheinend einen Fachmann gefunden hast, der dich mit diesem faszinierenden Spezialgebiet ein wenig mitnehmen kann. Hoffentlich bleibt ihr in Kontakt, denn es macht alles viel einfacher und die Untersuchung solcher Pilze macht viel mehr Spaß, wenn man von jemandem auf einem Spezialgebiet angeleitet und korrigiert wird.
Mit Siegfried werde ich auf jeden fall im Kontakt bleiben, auch weil es noch eine menge anderer interessanter insektenpathogene Pilze gibt, aber auch so noch viel lernen kann. Schließlich gibt es nicht viele die diese Pilze bearbeiten, geschweige denn Dokus im Internet.
Es soll außerdem vermehrt kartiert und vor allem auch hier vorgestellt werden. Vielleicht kommt dann auch der ein oder andere auf dem Geschmack diese Pilze zu suchen Wink .
Der Pilzbefall auf dem Laufkäfer hat im übrigen auch seinen Namen bekommen, dazu spätestens Mitte dieses Jahres mehr. Nur schon einmal im voraus, es handelt sich um einen Pilz der zuletzt 1893 beschrieben und nachgewiesen wurde.

VG : Thorben
Ohne meine Kamera gehe ich keine Pilze suchen
Pilzfotosortiment von mir :
http://www.fotocommunity.de/fotograf/thorben96/fotos/1842313


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#7
Hallo, Thorben!

Genau so ist es.  Alright
Es braucht immer Spezialisten, die Formenvielfalt im Pilzreich ist so dermaßen enorm, daß man immer nur einzelne Fachbereiche wirklich gründlich bearbeiten kann. Ob das nun Dungpilze sind, inoperculate Becherchen, Kernpilze, Schleierlinge, Phytos oder Insektoparasiten. Wenn man es richtig machen will, muss man sich konzentrieren. Dazu muss man sich mit Experten austauschen, alleine schon um in das gewünschte Spezialgebiet überhaupt rein zu kommen. 

Auch wenn ich persönlich meinen Fokus in letzter Zeit auf anderen Pilzen habe, das Interesse ist da. Zugucken und staunen geht immer, ein bisschen was nimmt man dabei auch immer mit.


LG, Pablo.
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#8
(10-02-2017, 14:00)thorben96 schrieb:  Dieser Pilz konnte durch Dr. Siegfried Keller als Erynia curvispora identifiziert werden.

Danke, dass Du drangeblieben bist, Thorben, und dank der Unterstützung von Dr. Keller zwei Erynia-Arten Namen geben konntest!
Ich verfolge Deine Beiträge stets mit großem Interesse, auch wenn ich mich nicht immer äußere.
Toll, dass Du Dich nun mit einem Spezialisten austauschen kannst!
Das wird Dich sicher ungeheuer beflügeln.

Als ich vor ca. 20 Jahren begann, mich intensiv mit den coprophilen Pilzen zu beschäftigen, war es Prof. Nils Lundqvist, der mir bei vielen "Anfängerproblemen" half.
Wir pflegten über mehrere Jahre einen intensiven Briefwechsel. Ohne seine Unterstützung hätte ich wahrscheinlich irgendwann das Handtuch geworfen.

Ich freue mich schon auf weitere Beiträge von Dir!

LG Nobi

Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Was vorüber schien, beginnt.
(aus: Erich Kästner - Der Oktober)

Chips: 80 (nach diversen Verlusten - Spende für APR 2015 - 5 verdiente Chips für Emil + 3 Chips von Sarah - 5 EM-Wetteinsatz - 3 APR 2016)








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